Bedeutung von Triggerfaktoren für die Verschlechterung der Haut

Was Du nach diesem Artikel gelernt hast

Äußere Einflussfaktoren sind hoch-individuell. Sie können im Krankheitsverlauf als Schubauslöser oder sogenannte Triggerfaktoren für eine Verschlimmerung beziehungsweise zeitweise Steigerung der Neurodermitis eine Rolle spielen. Der elterliche Blick für mögliche äußere Einflussfaktoren soll mit diesem Beitrag „geschärft“ werden. Der Umgang mit Triggerfaktoren wird im Folgenden näher thematisiert. So wird erklärt, welche Maßnahmen und Strategien wie umzusetzen sind, um die Lebensqualität nachhaltig zu erhöhen.

Es gibt zahlreiche mögliche Einflussfaktoren, die zu einer Verschlechterung des Hautbildes bei Neurodermitis führen können. Diese sind individuell von Kind zu Kind sehr verschieden. Auf der einen Seite lohnt es sich, relevante Auslöser zu erkennen und möglichst zu minimieren, auf der anderen Seite ist aber auch die Erkenntnis wichtig, dass nicht bei jedem Patienten alle hier aufgelisteten Auslöser relevant sind und darüber hinaus die genetische Veranlagung eine Rolle spielt.

Trockenheit und Entzündung sind durch Basis-Therapie zu behandeln

Eine zentrale Rolle spielt die gestörte Hautbarrierefunktion, die sich durch Trockenheit und Entzündung der Haut äußert. Dies ist eine der zentralen Faktoren, die bei nahezu allen Patienten relevant ist und durch eine passende (Basis-)Therapie in der Regel gut zu behandeln ist.

Allergien können in einer Untergruppe von Patienten eine Rolle spielen, sei es durch Nahrungsmittel und/oder luftgetragene (inhalative) Allergene (z.B. Hausstaubmilben, Pollen, Tierallergene, hier v.a. Katzen). Außerdem liegen zunehmend Hinweise vor, dass die entzündete Haut bei Neurodermitis ein Risikofaktor für den Erwerb einer Sensibilisierung (= Überempfindlichkeit auf ein Allergen) ist. Daher wird empfohlen, Produkte zur Basistherapie anzuwenden, die keine häufigen Kontaktallergene (z.B. Duftstoffe, Wollwachsalkohole) oder auch Nahrungsmitteleiweiße (z.B. Erdnuss, Soja, Milch) enthalten.

Tabakrauch wirkt entzündungsfördernd

Kinder mit Neurodermitis sollten in einer von Tabakrauch freien Umgebung leben. Für Tabakrauch konnten in Studien entzündungsfördernde Einflüsse auf die Immunantwort bei Neurodermitikern gezeigt werden (z.B. Einfluss auf die Entwicklung bestimmter IgE-Sensibilisierungen).

Ist eine Allergie ärztlich diagnostiziert worden, besteht das Therapieziel in der – soweit möglich – konsequenten Meidung des entsprechenden Allergens. Auch eine bestmögliche Minimierung bringt bereits eine Verbesserung der Hautsituation mit sich und ist somit ein Baustein zu einer besseren Lebensqualität. (Weitere Informationen zur Bedeutung und besonderen Vorgehensweise bei Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie folgen in der Ernährungseinheit).

Hausstaubmilben

Bei einer nachgewiesenen Hausstaubmilben-Allergie (d.h. Symptome eines Asthma bronchiale und/oder einer allergischen Rhinokonjunktivitis bei Hausstaubmilben-Belastung) benötigen Sie folgende Informationen, um die Hausstaubmilben-Belastung in der häuslichen Umgebung vermindern zu können:
Hausstaubmilben sind winzig, mit dem bloßen Auge nicht sichtbar, 400 von ihnen passen auf einen Streichholzkopf. Sie lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit (75 – 80%), Raumtemperaturen zwischen 20 und 30 Grad und staubige Oberflächen. Dort können die Hausstaubmilben sich gut ernähren und vermehren.

Wichtigste Maßnahme: Sanierung des Kinderbetts und des Kinderschlafzimmers

*Anmerkung: Die Effekte eines Encasings direkt auf den Hautzustand bei Neurodermitis sind nur mäßig. Bei Neurodermitis und Nachweis einer Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben kann ein Encasing (s.o.) erwogen werden.

Was Du nach diesem Artikel gelernt hast

Äußere Einflussfaktoren sind hoch-individuell. Sie können im Krankheitsverlauf als Schubauslöser oder sogenannte Triggerfaktoren für eine Verschlimmerung beziehungsweise zeitweise Steigerung der Neurodermitis eine Rolle spielen. Der elterliche Blick für mögliche äußere Einflussfaktoren soll mit diesem Beitrag „geschärft“ werden. Der Umgang mit Triggerfaktoren wird im Folgenden näher thematisiert. So wird erklärt, welche Maßnahmen und Strategien wie umzusetzen sind, um die Lebensqualität nachhaltig zu erhöhen.

Mögliche Auslöser (Triggerfaktoren)

Es gibt zahlreiche mögliche Einflussfaktoren, die zu einer Verschlechterung des Hautbildes bei Neurodermitis führen können. Diese sind individuell von Kind zu Kind sehr verschieden. Auf der einen Seite lohnt es sich, relevante Auslöser zu erkennen und möglichst zu minimieren, auf der anderen Seite ist aber auch die Erkenntnis wichtig, dass nicht bei jedem Patienten alle hier aufgelisteten Auslöser relevant sind und darüber hinaus die genetische Veranlagung eine Rolle spielt.

Trockenheit und Entzündung sind durch Basis-Therapie zu behandeln

Eine zentrale Rolle spielt die gestörte Hautbarrierefunktion, die sich durch Trockenheit und Entzündung der Haut äußert. Dies ist eine der zentralen Faktoren, die bei nahezu allen Patienten relevant ist und durch eine passende (Basis-)Therapie in der Regel gut zu behandeln ist.

Allergien können in einer Untergruppe von Patienten eine Rolle spielen, sei es durch Nahrungsmittel und/oder luftgetragene (inhalative) Allergene (z.B. Hausstaubmilben, Pollen, Tierallergene, hier v.a. Katzen). Außerdem liegen zunehmend Hinweise vor, dass die entzündete Haut bei Neurodermitis ein Risikofaktor für den Erwerb einer Sensibilisierung (= Überempfindlichkeit auf ein Allergen) ist. Daher wird empfohlen, Produkte zur Basistherapie anzuwenden, die keine häufigen Kontaktallergene (z.B. Duftstoffe, Wollwachsalkohole) oder auch Nahrungsmitteleiweiße (z.B. Erdnuss, Soja, Milch) enthalten.

Tabakrauch wirkt entzündungsfördernd

Kinder mit Neurodermitis sollten in einer von Tabakrauch freien Umgebung leben. Für Tabakrauch konnten in Studien entzündungsfördernde Einflüsse auf die Immunantwort bei Neurodermitikern gezeigt werden (z.B. Einfluss auf die Entwicklung bestimmter IgE-Sensibilisierungen).

Ist eine Allergie ärztlich diagnostiziert worden, besteht das Therapieziel in der – soweit möglich – konsequenten Meidung des entsprechenden Allergens. Auch eine bestmögliche Minimierung bringt bereits eine Verbesserung der Hautsituation mit sich und ist somit ein Baustein zu einer besseren Lebensqualität. (Weitere Informationen zur Bedeutung und besonderen Vorgehensweise bei Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie folgen in der Ernährungseinheit).

Hausstaubmilben

Bei einer nachgewiesenen Hausstaubmilben-Allergie (d.h. Symptome eines Asthma bronchiale und/oder einer allergischen Rhinokonjunktivitis bei Hausstaubmilben-Belastung) benötigen Sie folgende Informationen, um die Hausstaubmilben-Belastung in der häuslichen Umgebung vermindern zu können:
Hausstaubmilben sind winzig, mit dem bloßen Auge nicht sichtbar, 400 von ihnen passen auf einen Streichholzkopf. Sie lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit (75 – 80%), Raumtemperaturen zwischen 20 und 30 Grad und staubige Oberflächen. Dort können die Hausstaubmilben sich gut ernähren und vermehren.

Wichtigste Maßnahme: Sanierung des Kinderbetts und des Kinderschlafzimmers

  • Encasing*: die Matratze wird mit einer milbendichten Kompletthülle versehen (verschreibungsfähig)
  • morgens das Bettzeug gut auslüften
  • Kopfkissen und Bettdecke regelmäßig waschen bei mind. 60%, bevorzugt Kunstfaser-Bettdecken oder hochwertige, mit festen Nähten gut abgedichtete Federbetten
  • Möglichst alle Staubfänger entfernen: Kuscheltiere möglichst aus glatten Materialien, waschbar, keine Fellteppiche, keine Unterlagen/Teppiche aus grob gewebtem Material, keine dicken Stoff-Vorhänge, Textiltapete
  • Gepolsterte Möbel möglichst aus glattem abwischbarem Material
  • Offene Regale durch schließbare Schränke oder Spielkisten ersetzen
  • Temperatur im Schlafzimmer tags und nachts: 16-18 Grad
  • Luftfeuchtigkeit: höchsten 50% auf dem Hygrometer
  • Feucht wischen oder Staubsauger mit hoher Saugkraft und gutem Staubfilter (sogenannter „Feinstaubfilter“) benutzen, synthetische kurzflorige Teppichböden sind ebenfalls gut geeignet
  • Entkleiden und Haare kämmen möglichst nicht im Schlafzimmer, da die Hausstaubmilben sich von den abgehenden Hautschuppen von Mensch und Tier ernähren, deshalb auch keine Haustiere im Schlafzimmer halten bzw. dort mit ihnen spielen
  • Nicht frisch geduscht oder gebadet ins Bett gehen: dies erhöht die Luftfeuchtigkeit

*Anmerkung: Die Effekte eines Encasings direkt auf den Hautzustand bei Neurodermitis sind nur mäßig. Bei Neurodermitis und Nachweis einer Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben kann ein Encasing (s.o.) erwogen werden.

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