Behandlungsprinzipien: Akuttherapie versus proaktive Therapie

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Wenn die Ekzeme an den behandelten Stellen kurz nach Absetzen der entzündungshemmenden Therapie häufig und schnell wiederauftreten, gibt es neben der Akuttherapie eine alternative Behandlungsstrategie, deren Prinzip hier verdeutlicht wird:

Akute Schubbehandlung

Was hat es mit der Akuttherapie auf sich?

Unter Akuttherapie versteht man Behandlungsmaßnahmen, die akut, also sofort bzw. schnell, ergriffen werden, um die Erkankung zu therapieren.

Proaktive Therapie

Was hat es mit der proaktiven Therapie auf sich?

Als proaktive Therapie bezeichnet man den Vorgang, wenn man die topische Therapie nach Abklingen des Ekzems nicht komplett absetzt und nicht abwartet, bis sich ein neuer Krankheitsschub ankündigt. Stattdessen wird in der proaktiven Therapie aktiv weiterbehandelt.

Proaktive Therapie (intermittierende Nachbehandlung)

  • Proaktives Therapieprinzip möglich für
    • die Anwendung von topischen Glukokortikosteroiden
    • die Anwendung von topischen Calcineurininhibitoren
  • In der Regel empfohlene Vorgehensweise nach Akuttherapie (wie oben beschrieben) und häufigem Wiederauftreten von akuten Schüben
  • Bei erfolgter Abheilung Fortsetzung der Anwendung in den ehemals erkrankten Arealen für ca. 3 Monate:
  • Mit topischen Glukokortikosteroiden (Kortison) 1-2x pro Woche
  • Mit topischen Calcineurinantagonisten 2x pro Woche (z.B. dienstags und samstags) 1x pro Tag

Sollte unter den oben beschriebenen äußerlichen Behandlungsstrategien die Entzündung der Haut nicht kontrollierbar sein, können systemisch entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden. Hierfür steht zur Zeit bei Kindern Cyclosporin zum Einnehmen sowie Dupilumab als subkutane (=unter die Haut) Spritze zur Verfügung. Eine Therapie mit diesen Medikamenten sollte erfahrenen Ärzten vorbehalten sein.

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