Begleiterkrankungen von Neurodermitis jenseits von Allergien

Wer von Neurodermitis betroffen ist, hat oft auch Allergien oder Asthma. Dieses zeitgleiche Auftreten von einer oder mehreren anderen Krankheiten neben einer bestehenden Grunderkrankung wie Neurodermitis wird als Komorbidität (Begleiterkrankung) bezeichnet. Nun wurde entdeckt: bei den Begleiterkrankungen von Neurodermitis muss man über den Tellerrand der allergischen Erkrankungen hinausschauen.

Das Gesamtsystem von Neurodermitis verstehen

Verschiedenste Begleiterkrankungen von Neurodermitis rücken in den Fokus der Forschung. Es wurden neue Begleiterkrankungen entdeckt, die mit Neurodermitis im Zusammenhang stehen. Allerdings handelt es sich nicht um allergische Erkrankungen. Dieser Fokus in der Forschung zielt auf eine hochwertige und frühzeitige Behandlung der Erkrankungen ab. Doch nicht nur das; Neurodermitis wird zunehmend als eine systemische Erkrankung betrachtet. Demnach wird Neurodermitis nicht nur auf die Haut und die entsprechenden Entzündungsprozesse reduziert, sondern als Ganzes besser verstanden, gesehen und behandelt.

Begleiterkrankungen, die mit Neurodermitis häufiger auftreten: 

Infektionen

Dazu zählen sowohl bestimmte Hautinfektionen, als auch Infektionen der Atemwege, Harnwege und vom Magen-Darm-Trakt. Die erhöhte Infektanfälligkeit kann durch die geschwächte Hautbarriere bei Neurodermitis bedingt sein. Aber auch das Zusammenspiel von beispielsweise einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel, Tabakrauch und anderer Luftverschmutzung können besagte Infekte begünstigen.

Psychische Störungen

Neurodermitis steht unter anderem im Zusammenhang mit Depressionen, Angststörungen, emotionalen Problemen und der Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Dabei kann dieser Zusammenhang durch folgende Faktoren beeinflusst werden:

  • Schweregrad und Dauer der Neurodermitis
  • Schlafstörungen und verminderte Lebensqualität durch Neurodermitis
  • Gegenseitiger Einfluss von Neurodermitis und psychischer Gesundheit.

Adipositas

Sowohl im Kindes- als auch im Erwachsenenalter scheint Fettleibigkeit mit Neurodermitis in Verbindung zu stehen, wobei die genauen Zusammenhänge vielerorts noch unklar sind. Nicht nur die Gene, sondern auch das Darm-Mikrobiom könnte hier einen wichtigen Einfluss haben.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Es gibt vermehrt Hinweise darauf, dass Erwachsene mit Neurodermitis ein höheres Risiko für kongestive Herzinsuffizienz und koronare Herzkrankheit haben. Kardiovaskuläre Erkrankungen im Erwachsenenalter und Neurodermitis weisen gemeinsame Risikofaktoren auf, darunter psychische Probleme und Übergewicht. 

Autoimmunerkrankungen

Chronische entzündliche Darmerkrankungen (wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa), Zöliakie und kreisrunder Haarausfall sind Beispiele für Autoimmunerkrankungen, die allgemein bei allergischen Erkrankungen und vor allem bei Neurodermitis häufiger auftreten. Hier scheinen nicht so sehr Alter, Geschlecht oder Dauer der Neurodermitis-Erkrankung eine Rolle zu spielen, sondern eher genetische Einflüsse. Mehr über das Thema Autoimmunerkrankungen und Neurodermitis kannst Du in diesem Artikel herausfinden.

Wie lassen sich diese Informationen einordnen?

Diese Beobachtungen sollten ernst genommen werden, müssen aber auch unter den folgenden Umständen berücksichtigt werden: 

  • die Mechanismen hinter den Zusammenhängen sind oft noch unklar
  • viele Faktoren beeinflussen das Zustandekommen der verschiedenen Begleiterkrankungen, die nur schwer im Blick zu behalten sind. 
  • wie hoch das Risiko in den Einzelfällen exakt ist, ist nicht immer bekannt

Was kannst Du mitnehmen?

Sei Dir der Risiken bewusst und sprich Deinen Arzt oder Deine Ärztin darauf an – vor allem, wenn Diagnosen oder Symptome in einem der Bereiche bei Dir vorliegen.

Doch mache Dich nicht verrückt: Nicht hinter jedem Symptom steckt eine neue Krankheit. Nichtsdestotrotz darfst Du Dich fragen: „Was tut mir als Ganzes gut? Was braucht mein Körper?“

Quellen: 

  • Paller, A., Jaworski, J.C., Simpson, E.L. et al. Major Comorbidities of Atopic Dermatitis: Beyond Allergic Disorders. Am J Clin Dermatol 19, 821–838 (2018). https://doi.org/10.1007/s40257-018-0383-4
  • Brunner, P. M., Silverberg, J. I., Guttman-Yassky, E., Paller, A. S., Kabashima, K., Amagai, M., Luger, T. A., Deleuran, M., Werfel, T., Eyerich, K., Stingl, G., & Councilors of the International Eczema Council (2017). Increasing Comorbidities Suggest that Atopic Dermatitis Is a Systemic Disorder. The Journal of investigative dermatology, 137(1), 18–25. https://doi.org/10.1016/j.jid.2016.08.022

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