Hilft CBD bei Neurodermitis?

CBD (Cannabidiol) ist bekannt für seine entzündungshemmenden Eigenschaften. Inzwischen findet man in immer mehr Geschäften und Apotheken Produkte, die CBD enthalten. Sie versprechen, die gereizte Haut bei Neurodermitis und anderen entzündlichen Hauterkrankungen zu beruhigen und zu heilen.

Bisher ist die Studienlage zur Wirkung von CBD bei Neurodermitis allerdings gering und Forscher beschäftigen sich noch mit der Frage, wie wirksam die Substanz bei Neurodermitis wirklich ist.

Die Wirkung von CBD auf die Haut

CBD ist ein natürlicher Bestandteil der Cannabispflanze. In Form von Ölen, Salben oder Extrakten findet CDB innerliche und äußerliche Anwendung. Seit einigen Jahren ist bekannt, dass der menschliche Körper über Cannabidoidrezeptoren verfügt, auch in der Haut. Diese Rezeptoren sind Teil des Endocannaidoidsystems, das Entzündungen und allergische Reaktionen reguliert. Zudem haben Cannabidoide eine antibakterielle Wirkung, und können so möglicherweise helfen Infektionen vorzubeugen.

Bisher gibt es jedoch nur wenige Studien über die Wirkung von topischem CBD bei Menschen. 2019 wurde eine kleine Studie mit 20 Teilnehmern veröffentlicht, die zeigte, dass eine CBD-Salbe sich günstig auf die Haut auswirkte, sowie den Juckreiz und damit verbundene Schlafprobleme reduzierte. Die Teilnehmer der Studie litten unter Psoriasis, Neurodermitis oder Narben und wendeten zweimal täglich über drei Monate eine CBD-haltige Salbe an. Die Ergebnisse zeigten, dass sich das Hautbild als auch die Symptome bei den Teilnehmern besserten.

Weitere Studien zur Wirksamkeit notwendig

Dennoch ist die Studienlage zur Wirkung bei Menschen bisher nicht ausreichend. Es gibt noch keine klaren Antworten darauf, wie gut CBD bei Neurodermitis wirklich ist, und welche Bestandteile für die Wirkung verantwortlich sind. Die bisher durchgeführten Studien sind eher klein und weisen teilweise Mängel beim Studiendesign auf. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um die Wirksamkeit und Verträglichkeit von CBD bei Neurodermitis ausreichend beurteilen zu können und medizinische Empfehlungen aussprechen zu können.

„High“ werden kann man von Produkten mit CBD nicht, da CBD keine berauschende Wirkung hat. Der dafür verantwortliche Bestandteil der Cannabispflanze ist das THC, dessen Anteil in freiverkäuflichen CBD-Produkten nicht über 0,2% liegen darf.

Patientinnen und Patienten mit Neurodermitis, die eine CBD-haltige Creme oder Salbe ausprobieren möchten, sprechen am besten vorher mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin. Wie vor jeder anderen Behandlung auch, ist es wichtig, sich über die korrekte Dosierung und mögliche Nebenwirkungen zu informieren. Da es sich um ein relativ neues Produkt handelt und es derzeit noch nicht genügend Studiendaten gibt, ist eine intensive Beratung mit dem Arzt oder der Ärztin besonders wichtig.

Quellen:

https://nationaleczema.org/get-the-facts-cbd/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30993303/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33381641/

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