Neurodermitis bei Erwachsenen

Neurodermitis ist vor allem als Hautkrankheit im Kindesalter bekannt. Aber auch bei Erwachsene kann Neurodermitis auftreten. Etwa 2,5 Millionen Erwachsene leiden in Deutschland darunter. Damit tritt Neurodermitis im Erwachsenenalter nur selten auf. Jedoch kann sie einen schweren Verlauf nehmen. Wir haben wichtige Informationen über Symptome, Ursachen und Komplikationen für Dich zusammengestellt. 

Die Haut ist bei Erwachsenen anders betroffen

Grundsätzlich kann Neurodermitis überall auf der Haut auftreten. Viele Symptome ähneln sich zwischen Kindern und Erwachsenen. So ist die Hautkrankheit mit extremen Juckreiz verbunden und kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Jedoch kann sich Neurodermitis im Erwachsenenalter anders äußern als bei Kindern. Bei Erwachsenen ist die Haut um die Ekzeme herum sehr trocken und schuppig. Vor allem bei langjährigen Symptomen und intensivem Kratzen können manche Hautstellen verdicken, ledrig, heller oder dunkler sein. 

Ellenbeugen und Kniekehlen sind sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen häufig von Neurodermitis betroffen. Aber bei Erwachsenen tritt sie sich auch an folgenden Körperstellen häufiger auf: 

  • Hände und Füße
  • Ohrläppchen-Ränder 
  • Kopfhaut 
  • Gesicht, vor allem Mund und der Bereich um die Augen sind bei Erwachsenen betroffenen.  

Manche Erwachsene hatten eine leichte Neurodermitis im Säuglings- und Kindesalter. Wenn die Hautkrankheit im Erwachsenenalter zurückkehrt, fallen die Symptome oft schwerer und anders aus. Manchmal erkennen Betroffene die juckende Haut nicht als Neurodermitis. Der Gang zu einem Hautarzt oder einer Hautärztin schafft dann Klarheit über die Diagnose.

Wann tritt Neurodermitis im Erwachsenenalter auf?

Die Ursachen für Neurodermitis sind sehr vielfältig und noch nicht abschließend geklärt. Allerdings hat Neurodermitis eine genetische Komponente. Das heißt, sie wird vererbt. Die Hautkrankheit muss sich allerdings nicht zwingend im Säuglings- oder Kindesalter gezeigt haben – sie “schlummerte” nur in den Genen. Was so eine schlummernde Neurodermitis im Erwachsenenalter wieder auslöst, ist bisher noch nicht geklärt. 

Neurodermitis, die im Kindesalter beginnt, geht bei den meisten Betroffenen nach der Pubertät zurück. Weniger als 5 % haben eine fortbestehende Neurodermitis 20 Jahre nach der ersten Diagnose. Folgende Risikofaktoren sind bereits bekannt, wenn auch noch wenig verstanden:

  • Dauer: Je länger die Hautkrankheit bereits bestand, desto wahrscheinlicher wird sie auch auf Dauer bestehen bleiben.
  • Später Beginn: Ein spätes Auftreten der Neurodermitis in der Kindheit erhöht das Risiko fortbestehender Symptome. Dagegen haben Kinder mit einer früh einsetzenden Neurodermitis (vor dem 2. Lebensjahr) ein deutlich niedrigeres Risiko, auch noch im Erwachsenenalter mit der Hautkrankheit zu kämpfen.
  • Geschlecht: Frauen haben ein geringfügig höheres Risiko einer fortbestehenden Neurodermitis im Erwachsenenalter als Männer.

Wichtig:

Eine langandauernde Neurodermitis muss nicht zwingend auch schwer verlaufen. Andersherum kann eine leichte Neurodermitis nach der Pubertät fortbestehen und eine Schwere kann sich spontan zurückbilden. Unterschiedliche Faktoren tragen zu Neurodermitis im Erwachsenenalter bei. Diese zu berücksichtigen, ermöglichen eine wirksame und gut verträgliche Behandlung.

Komplikationen frühzeitig erkennen

Die Haut wird mit dem Alter zunehmend spröde und trocken (mehr über Basispflege kannst Du hier nachlesen). Dadurch wird sie umso anfälliger für Reibungen und Kratzwunden. Bestimmte Erreger können daher schwere Komplikationen verursachen. Folgende Infektionen treten bei Erwachsenen mit Neurodermitis häufiger auf: 

  • Binde- und Hornhaut-Entzündung (atopische Keratokonjunktivitis) am Auge
  • Pilzinfektionen: Vor allem Hefepilze können Ekzeme im Kopf- und Schulterbereich auslösen. Die Haut ist an diesen Stellen gerötet, juckt und schuppt (auch Head-neck-Dermatitis genannt).
  • Infektionen durch Bakterien wie Staphylokokken zeigen sich durch stark nässende Haut mit Pusteln, gelbliche Krustenauflagerungen und mitunter auch Fieber.
  • Herpes-Infektionen werden ausgelöst durch Viren. Sie äußern sich durch Bläschen, gerötete Haut und zum Teil Fieber und Lymphknotenschwellungen. 

Beim Auftreten dieser Komplikationen sollte schnellstmöglich ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Denn in seltenen Fällen können diese Komplikationen schwere Folgen haben. 

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