Wechselwirkung zwischen Haut und Psyche

Die Haut wird oft als „Spiegel der Seele“ bezeichnet. Redewendungen wie „das juckt mich nicht“ oder „sich nicht wohl in seiner Haut fühlen“ sind Anspielungen auf die enge Verbindung zwischen der Haut und der Psyche. Wie bei vielen chronischen Erkrankungen hat die Psyche auch bei Neurodermitis einen Einfluss auf das körperliche Befinden und die Hautsymptomatik. Ein akuter Neurodermitis-Schub kann nicht nur durch Allergene, hautreizende Kosmetika oder Nahrungsmittel ausgelöst werden, sondern auch durch Stress.

Negativer und positiver Stress als Einflussfaktoren auf die Erkrankung

Zu unterscheiden ist zwischen negativem Stress (Distress) und positivem Stress (Eustress). Stress im Job, die Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen können bei erwachsenen Neurodermitis-Betroffenen Distress verursachen und zu einer Verschlechterung des Hautzustandes beitragen. Hilfreich ist es, auch in Zeiten von vermehrtem Stress für ausreichend Entspannung zu sorgen. Sich Zeit zu nehmen für Sport, ein Hobby oder einen Spaziergang in der Natur kann dabei förderlich sein, einen Ausgleich zu finden und zur Ruhe zu kommen. Auch das Erlernen von Entspannungsverfahren, z.B. autogenes Training oder Muskelentspannung nach Jacobsen, kann sinnvoll sein und Stressgefühle reduzieren. 

Positiver Stress durch Gefühle wie Aufregung und Vorfreude

Aber auch positiver Stress (Eustress) kann eine Rolle spielen. Besondere Ereignisse wie eine Hochzeit, eine Geburtstagsfeier oder eine Urlaubsreise können freudige Aufregung auslösen. Auch solche positiven Gefühle wie Vorfreude können den Körper in Aufruhr bringen und sich auf den Zustand der Haut auswirken. Es kann helfen darauf zu achten, dass nach solchen freudigen Ereignissen ebenso Phasen der Entspannung eingeplant werden, um wieder zur Ruhe zu kommen. Neben autogenem Training oder der progressiven Muskelentspannung sind zum Beispiel auch Fantasiereisen eine gute Möglichkeit der Entspannung, die sich nicht nur für Kinder eignet.

Frust und Schuldgefühle vermeiden

Wichtig ist zu betonen, dass niemand schuld an seiner Erkrankung oder einem Schub ist. Frust und Schuldgefühle können zu zusätzlichem Stress führen, der den Hautzustand weiter verschlechtern und zu einem Kreislauf führen kann, der sich manchmal nur schwer durchbrechen lässt. Es kann helfen, sich nicht unter Druck zu setzen, und stattdessen für ausreichend Entspannung und Ruhephasen zu sorgen, damit der Körper und die Psyche im Gleichgewicht bleiben.

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