Bei Neurodermitis Haustiere halten: Diese 7 Punkte solltest Du vor der Anschaffung bedenken

Bei Neurodermitis Haustiere halten

Neurodermitis gehört zu den atopischen Krankheiten. Atopie bedeutet, dass der Körper überempfindlich auf sonst harmlose Stoffe reagiert. Wenn Du eine atopische Erkrankung hast, dann gibt es auch eine Veranlagung für weitere atopische Erkrankungen, wie Allergien. Neurodermitisschübe können durch Allergene, wie Haare der Haustiere ausgelöst oder verstärkt werden.

Wir erklären Dir, was es zu beachten gibt, wenn trotz Neurodermitis Haustiere in den Haushalt einziehen sollen.

Haustier in einem Haushalt mit Neurodermitis-Betroffenen

Die Anschaffung eines Haustieres sollte selbstverständlich immer gut überlegt sein. Wenn es aber in Deiner Familie Mitglieder mit allergischen Erkrankungen gibt oder Du selbst betroffen bist, solltet ihr euch noch weitere Gedanken machen. Denn oft sind Tierhaare Auslöser von allergischen Schüben. Streng genommen sind bei der sogenannten Tierhaarallergie nicht die Haare die Allergene. Das Immunsystem reagiert auf Eiweißmoleküle aus dem Speichel oder aus Hautschüppchen, die an Haaren sitzen. 

Bei Neurodermitis Haustiere halten: Überlegungen vor dem Einzug

Wenn es in Deiner Familie Neurodermitis Betroffene gibt, sollte ein Allergietest durchgeführt werden, bevor ein Haustier einzieht. Und auch wenn keine Tierhaarallergie nachgewiesen wird, sind folgende Punkte empfehlenswert:

  • Das Schlafzimmer oder Kindezimmer sollte für den Vierbeiner tabu sein, um dort die Menge an Tierhaaren möglichst gering zu halten.
  • Hilfreich kann es auch sein, wenn es wenige Teppiche gibt und eher Böden, die leicht zu reinigen sind.
  • Es empfiehlt sich auch bei vielen Hunderassen, sie regelmäßig möglichst im Freien zu kämmen, um weniger Haare im Haushalt zu haben.
Neurodermitis Haustiere

Der Effekt von Haustiere auf Neurodermitis bei Kindern

In einigen Studien konnte beobachtet werden, dass Kinder, die auf einem Bauernhof groß geworden sind, weniger Allergien oder allergische Erkrankungen wie Asthma oder Neurodermitis entwickeln. Eine mögliche Erklärung dafür ist die sogenannte Hygiene- Hypothese (oder auch Mikroflora-Hypothese). Danach haben die Bauernhof-Kinder schon in frühen Jahren mehr Kontakt zu unterschiedlichen Keimen, wodurch das Immunsystem besser “geschult” wird. Eine Studie aus Deutschland mit 4578 Kindern hat einen ähnlichen Effekt festgestellt, wenn Kinder in einem Haushalt mit Hunden oder Katzen aufgewachsen sind. Besonders Kinder aus Hundehaushalten entwickelten weniger häufig eine Neurodermitis als Kinder aus haustierfreien Haushalten.

Ein Haustier bei vorliegender Haustierallergie

Auch wenn bei einem Familienmitglied bereits eine Haustierallergie festgestellt wurde, gibt es Möglichkeiten für tierischen Familienzuwachs: 

  • Eine vorliegende Allergie gegen Hunde(haare) bedeutet nicht zwangsläufig eine Allergie gegen Katzen- oder Nagetier(haare). Teste, ob Du manche Tierhaare verträgst.
  • Es gibt hypoallergene Hunderassen, die wenige Haare verlieren und deren Haare weniger viel von den allergieauslösenden Proteinen enthalten. 
  • Einige Menschen finden auch Gefallen an Nacktkatzen oder -hunden.
  • Für größere Kinder können Aquarien oder Terrarien spannende Alternativen sein. Kleinere Kinder möchten dagegen meist ein Haustier, mit dem man auch kuscheln kann.

Neurodermitis Haustiere: Auch Hund und Katze können Neurodermitis haben

Interessanterweise ist mittlerweile belegt, dass Neurodermitis Haustiere betreffen kann. Die Erkrankung äußert sich durch Juckreiz und wird wie beim Menschen durch allergische Reaktionen (zum Beispiel Futtermittelallergien) verstärkt. Auch bei den Vierbeinern scheint eine genetische Veranlagung für Neurodermitis verantwortlich zu sein. Daher sollten Allergene wie zum Beispiel im Futter durch hypoallergenes Futter gemieden werden. Ein*e Tierärzt*in kann Allergene des betroffenen Tieres bestimmen und gegebenenfalls Medikamente verschreiben. 

Fazit

Auch wenn in Deiner Familie jemand unter Neurodermitis leidet, kann ein Haustier (unter Umständen) einziehen. Du solltest das aber zuerst mit Deinem Allergologen oder Deiner Allergologin besprechen.

Quellen:

1.) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30323921/

Gedon NKY, Mueller RS. Atopic dermatitis in cats and dogs: a difficult disease for animals and owners. Clin Transl Allergy. 2018 Oct 5;8:41. doi: 10.1186/s13601-018-0228-5. PMID: 30323921; PMCID: PMC6172809.

2.) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12485314/

Zirngibl A, Franke K, Gehring U, von Berg A, Berdel D, Bauer CP, Reinhardt D, Wichmann HE, Heinrich J; GINI study group. Exposure to pets and atopic dermatitis during the first two years of life. A cohort study. Pediatr Allergy Immunol. 2002 Dec;13(6):394-401. doi: 10.1034/j.1399-3038.2002.01110.x. PMID: 12485314.

3.) https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/UmweltKommission/Stellungnahmen_Berichte/Downloads/stellungnahme_hygienehypothese.html (Zugriff am 15.02.2023)

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